Pallottis Werk 2026 / 3

In Vallendar feierte man an Haus Wasserburg ein dreifaches Jubiläum Seite 4 Wo Glaube und Leben sich treffen PALLOTTIS WERK Informationen der Pallottiner in Deutschland und Österreich Friedberg D 11906 / 5020 Salzburg Heft 3 / 77. Jahrgang / August 2026 Fleißig und fromm Bruder Richard ist knapp 70 Jahre in Schönstatt Seite 6 Missionsbericht 2025 So kommen Ihre Spenden an Seite 7 – 10 Hoffnung in Mbaukwu Bald gibt es eine neue Augenklinik Seite 14

2 PALLOTTIS WERK // ISSN 1439-6580 Kostenlose Informationszeitschrift der Pallottiner in Deutschland und Österreich. 77. Jahrgang Erscheint viermal jährlich. Erscheinungstag dieser Ausgabe: 1. August 2026. Herausgeber: Pallottiner Körperschaft des öffentlichen Rechts Vinzenz-Pallotti-Straße 14 86316 Friedberg (Bayern) Redaktionsanschrift: PALLOTTIS WERK Vinzenz-Pallotti-Straße 14 86316 Friedberg (Bayern) Tel. 08 21/600 52-0 Fax 08 21/600 52-546 redaktion@pallottiner.org www.pallottis-werk.de Redaktion: Dr. Eva Kroll Pater Alexander Holzbach (hz) Für unverlangt eingesandte Bücher, Manuskripte, Fotos, Dias o.Ä. übernehmen wir keine Haftung. Es erfolgt keine Rücksendung. Vertrieb und Verlag: Pallottiner KdöR Wiesbadener Str. 1 65549 Limburg Satz und Grafik: FRIENDS Menschen Marken Medien www.friends.ag Herstellung: Weiss-Druck GmbH & Co. KG Hans-Georg-Weiss-Straße 7 52156 Monschau Klimaneutral gedruckt auf umweltschonend produziertem Recyclingpapier – ein kleiner Beitrag zur Bewahrung der Schöpfung Bildnachweise: Titelseite, Seite 4, 5: Haus Wasserburg S. 3: Pallottiner S. 7 – 10: Pallottiner S. 11: Chris Schöning S. 12: Josef Eberhard, Stefan Heuel S. 13: Andreas Schmidt, Dieter Fluck, Pater Showri S. 14: Jörg Puma Rätsel: Pater Johannes Moosmann Auf gute drei Jahre! Seite 3 Wo Glauben und Leben sich treffen Seite 4 Einmütig beten und arbeiten Seite 6 Missionsbericht 2025 Seite 7 Helfen und Lernen in Ruanda Seite 11 Bunt & Bewegt Seite 12 Hoffnung in Mbaukwu Seite 14 Im Gedenken Seite 15 Grußwort Dazwischen Sr. Elisabeth Much sagt: »Wir haben Ungeduld mit den Übergängen, mit dem Dazwischen. Wenn die gewohnte Ordnung durcheinandergewirbelt wird, gerät der Mensch in eine Krise.« Diese Worte kamen mir in den Ereignissen der letzten Monate in den Sinn. In der 100 Jahrfeier der Pallottiner in Salzburg, die wir als Tag der Provinz mit der Beteiligung von Mitbrüdern von Afrika bis Spanien und Deutschland gefeiert haben. Die Gedanken begleiteten mich beim Abschied der Pallottiner in Freising, wo wir nach über 100 Jahren der Präsenz am Ort die Kommunität schließen, im Bildungshaus aber präsent bleiben. »Es kann sein, dass die Ordnung zu eng wird, nicht mehr die ganze Wirklichkeit darstellt. Dass der Wunsch aufkeimt in einer Person, dass es ganz anders werden kann und muss.« Nicht nur wir Pallottiner erleben dieses Dazwischen. Wir merken, dass die alte Weltordnung, die NATO, die UNO nicht mehr zu einer neuen Wirklichkeit passen – die Ordnung nicht die Wirklichkeit abbildet. Wir merken es als Gesellschaft, wenn wir schmerzhaft Ringen um eine Sicherung der Sozialsysteme oder der Gesundheitsversorgung. In vielem leben wir Menschen das Dazwischen. Als Kirche, in vielen Pfarrgemeinden und auch im privaten Leben – vieles ist im Wandel. Wenn der Mensch im Dazwischen ist, braucht es »feine Prozesse der Anpassung«, wie Sr. Elisabeth Much sagt, um eine neue Ordnung zu finden. Als Provinz tun wir das in einer Neuordnung: Mit weniger Häusern, neuen Kooperationen, mit neuen Teams und Rektoren. In Vallendar nach 100 Jahren mit nun einer Kommunität am Ort, die versucht Berg und Tal, Hochschule und Wasserburg mit einer neuen Ordnung zu verbinden. Das Dazwischen zu überbrücken. Ich wünsche Ihnen viel Anregungen beim Lesen der Neuanfänge: in Nigeria mit einer Augenklinik, die die Wirklichkeit verändern kann, mit einem neuen Ansatz bei MaZ und mit einem Bericht über Br. Richard Ruppert, der mit über 90 Jahren wohl ahnt, was der stetige Wandel des Lebens bedeutet. Mit herzlichen Grüßen aus Friedberg Ihr Pater Markus Hau SAC Provinzial DOWNLOAD VON PALLOTTIS WERK Sie können jederzeit die aktuelle Ausgabe von Pallottis Werk online herunterladen und sich auch frühere Ausgaben anschauen unter www.pallottiner.org/pallottiswerk

3 PALLOTTINER VOR ORT Auf gute drei Jahre! Entsprechend dem Gesetz der Pallottiner hat die Provinzleitung nach Befragung der Mitbrüder für die Zeit vom 29. Juni 2026 bis zum 29. Juni 2029 neue Leitungen für die Örtlichen Kommunitäten (= ÖK) ernannt. Jedem Rektor stehen entsprechend der Zahl der Mitbrüder der ÖK zwei bis vier Mitbrüder als Räte zur Seite. Pater Jörg A. Gattwinkel ist Rektor der ÖK Vallendar, zu der die Mitbrüder der Hochschule und von Haus Wasserburg zählen. Vizerektor ist Pater Sascha Heinze, der zugleich neuer Regens der Ausbildungskommunität an der Vinzenz-Pallotti-University ist. Ihm zur Seite steht in der Formation und als Hochschulseelsorger Pater Edward Fröhling. Pater Alexander Holzbach ist weiterhin Rektor des Missionshauses in Limburg. Vizerektor ist Pater Willi Landwehr. Zur ÖK zählen die Mitbrüder in Kohlhagen, Neunkirchen und Wiesbaden. Pater Christoph Lentz ist Rektor im Provinzialat in Friedberg und zugleich Leiter des Pastoraltheologischen Institutes. Vizerektor ist Pater Jakob Wasensteiner. Zur ÖK gehören die Mitbrüder im Friedberger Pfarrhaus, in Herrgottsruh, Hochaltingen, Regensburg, Schwäbisch Gmünd, Landau, Unterammergau, Aindling, Herrieden, Genderking, Mering und Bruchsal. Pater Michael Pfenning ist Rektor am Bildungs- und Exerzitienhaus Hersberg am Bodensee. Vizerektor ist Pater Hans-Peter Becker. Zur ÖK gehören die Mitbrüder im Schloss, im Haus St. Vinzenz Pallotti, in Jakobsbad (Schweiz) und in Konstanz. Pater Jörg A. Gattwinkel Pater Alexander Holzbach Pater Christoph Lentz Pater Michael Pfenning Diakon Sebastian Wagner Pater Norbert Possmann Diakon Sebastian Wagner ist Rektor der Regio Nordost. Vizerektor ist Pater Clement Martis. Zur Regio zählen die Mitbrüder in Bad Zwischenahn, Hamburg und Neuruppin. Pater Norbert Possmann ist Rektor im Johannesschlössl in Salzburg. Vizerektor ist Pater Willi Sytko. Zur ÖK gehören die Mitbrüder in Salzburg, Wien, Meran (Italien), Vinkovci und Zapresic (Kroatien).

4 PALLOTTINER VOR ORT Wo Glauben und Leben sich treffen In Vallendar wurde ein dreifaches Jubiläum gefeiert. Seit 55 Jahren gibt es das neue »Haus Wasserburg«. Seit 40 Jahren wird die pädagogische Arbeit von einem Förderverein unterstützt. Im Gefolge des Weltjugendtages in Köln entstand vor 15 Jahren ein Partnerschaftsverein mit Ruanda. Aus Norditalien waren 1892 deutsche Pallottiner nach Limburg gekommen. 1890 hatte die Gemeinschaft die Mission in der damals deutschen Kolonie Kamerun übernommen. Man brauchte Spenden, man brauchte junge Männer, die als Bruder oder Priester in Afrika tätig sein wollten. So entstand als Zentrale das Missionshaus in Limburg und 1894 ein Schülerheim in Ehrenbreitstein. Das platze bald aus allen Nähten. Und so fiel der Blick auf das »Alte Haus« im Schönstatttal in Vallendar. Hier war »an schöner Stätte« 1143 ein Kloster gegründet worden; 1200 war die Klosterkirche fertig mit zwei imposanten Türmen. Der eine fiel 1937 in sich zusammen; der andere prägt bis heute die Skyline von Schönstatt. Die Klosterzeiten sind lange vorbei. Das Ganze befand sich in Privatbesitz, als die Pallottiner am 19. April 1901 das »Alte Haus« mit seinem Drumherum erwarben. Es ging ihnen von Anfang an um »Jugendbildung«, zunächst um den eigenen Nachwuchs für die Mission, aber dann auch um die Bildung von Kindern und Jugendlichen im Geist des Evangeliums. Dahinter stand der Anspruch, den Vinzenz Pallotti seiner Gemeinschaft mitgegeben hatte, dass alle Getauften ihr Leben bewusst aus ihrem Glauben gestalten sollen. Dafür muss man den Glauben und das Menschen- und Weltbild der Bibel kennen. Das »Alte Haus« wurde nun Schule, platze aber bald auch schon wieder aus allen Nähten. So entschloss man sich, 1912 auf dem Hang einen neuen Schulbau hinzustellen, der heute Heimat der Vinzenz-Pallotti-University ist. Zu erwähnen ist noch die Michaelskapelle neben dem »Alten Haus«. Sie war die Friedhofskapelle des ehemaligen Klosters und arg vernachlässigt. Am Herz-Jesu-Freitag im Juli 1901 wird dort erstmals wieder eine Hl. Messe gefeiert. Diese Kapelle wird ab 1914 durch das Wirken des Spirituals an der PallottinerNachwuchsschule, Pater Josef Kenetnich, Zentrum der weltweiten Schönstattfamilie. Schulendtage werden zum Renner Ganz in der Nähe gab es noch ein Haus, in dem lange eine Messerfabrik untergebracht war. Das können die Pallottiner 1932 erwerben und bringen auch dort noch Schüler unter. Da das Haus am Zusammenfluss von Wambach und Hillscheiderbach steht, nennen es die jungen Leute bald »Wasserburg«. Nach dem Zweiten Weltkrieg kommen immer mehr junge Menschen zu den Pallottinern nach Schönstatt. So wird neben der Wallfahrt die Jugendarbeit, vor allem die »Schulendtage« immer mehr zum großen Aufgabenfeld der Gemeinschaft. Es ist besonders Pater Robert Neuber, der ab 1959 die Bildungsarbeit erneuert, junge Mitbrüder für diese Aufgabe begeistert und auch Nicht-Pallottiner als Referentinnen und Referenten in die Arbeit einbezieht. Sein Nachfolger als Rektor der Gnadenkapelle und von »Haus Wasserburg« wird 1965 Pater Bernhard Pieler. Er geht mit der ihm eigenen Energie und Freude an der Bildungsarbeit seine neue Aufgabe an. Er kann die Gemeinschaft, verschiedene Diözesen und die staatlichen Stellen in Mainz bewegen, seinem neuen Konzept und einem Neubau von Haus WasVolles Haus und tolle Stimmung! Die Gäste der Jubiläumsfeier freuten sich an der Gemeinschaft, den Darbietungen und der afrikanischen Küche!

5 PALLOTTINER VOR ORT serburg zuzustimmen. Es fließen Gelder und den Konflikt zwischen der Wallfahrt an der nahen Gnadenkapelle und dem Neubau mit einer immer auch lauten Jugendarbeit kann er geschickt managen. So wird die neue Wasserburg am 3. Oktober 1971 vom Trierer Bischof Bernhard Stein eingeweiht. Den Festvortrag hält kein Geringerer als der damalige Sozialminister von Rheinland-Pfalz, Heiner Geißler. »Haus Wasserburg« – eine Erfolgsgeschichte »Haus Wasserburg« wird nun zu einer Erfolgsgeschichte. Bis heute. Für unzählige Jugendliche und junge Erwachsene wird es und ist es ein Ort, an dem sie sich mit ihrem Leben und Glauben auseinandersetzen, durch den verantwortliches Handeln wächst. Nicola Münz spricht von einem »Ort des Glaubens«. Sie ist seit zehn Jahren die Vorsitzende des »Vereins zur Förderung der Jugendarbeit an Haus Wasserburg«, der 1986 gegründet wurde. Sie hat damals das Amt von ihrer langjährigen Vorgängerin Inge Schneider übernommen, deren Einsatz sie bis heute bewundert. Sie selbst steht ihr in ihrem ehrenamtlichen Engagement für die »Wasserburg« nicht nach, neben ihrer »Tätigkeit« als Mutter und Oma und ihrer beruflichen Arbeit in einer Apotheke. Sie selbst hat mit ihrer Familie seit langem die Jugendarbeit und die Gottesdienste in der Pallotti-Kirche als stützend erfahren. Darum motiviert sie immer wieder gerne die 520 Mitglieder des Vereins, die pädagogische Arbeit des Wasserburg-Teams unter der Leitung von Pater Alexander Diensberg zu unterstützen. Zweimonatlich trifft sich der Vorstand des Vereins und entscheidet, wofür welche Gelder fließen. Und es gibt auch praktische Unterstützung, etwa die sogenannten RAST-Tage. Da kommen zwanzig bis dreißig Vereinsmitglieder zum Räumen, Abreißen, Streichen und Tapezieren. Regelmäßiger Dienst des Vereins ist der Kaffee nach der Halb-Zwölf-Messe am Sonntag in der immer gut besuchten Pallotti-Kirche. »Das Zusammenbleiben zum Austausch ist mir sehr wichtig«, sagt Nicola Münz. Und sie berichtet, dass nach dem Weltjugendtag 2005 aus dem Förderverein ein neuer Verein entstanden ist. Damals waren Jugendliche aus Matimba, einer Pfarrei im Nordosten Ruandas in Haus Wasserburg untergebracht. So entstanden Kontakte bis heute und der Verein »Inshuti«, was »Freunde, die für füreinander durch dick und dünn gehen« bedeutet. So pflegt man Austausch, Besuche und vor allem Hilfe für die Entwicklung der jungen Menschen in Matimba. 2026 ist also für das pallottinsche Schönstatttal ein besonders Jahr. 125 Jahre ist die Gemeinschaft vor Ort. Seit 55 Jahren steht und lebt das neue »Haus Wasserburg«. 40 Jahre schon wird es vom Förderverein unterstützt. Und vor 15 Jahren entstand »Inshuti«. Das alles war Grund für ein großes Fest am »Jubiläumswochenende« im Mai. Menschen unterschiedlicher Herkunft und jeden Alters – ganz im Sinne von Haus Wasserburg – feierten in der Aula mit Rückblicken und Ausblicken, mit Gesang und Tanz. Nicola Münz und Martina Abts, die Vorsitzende des Partnerschaftsvereins Matimba, resümieren: »Das schöne und harmonische Miteinander über Generationen und Ländergrenzen hinweg sowie die große Kreativität haben das Jubiläum zu einem besonderen und nachhaltigen Erlebnis gemacht.« hz Sie tragen Verantwortung für das Ganze. Sie führten durch das bunte Programm: Martina Abts (vorne), Nicola Münz und Pater Alexander Diensberg.

PALLOTTINER PORTRAIT 6 Einmütig beten und arbeiten Freundlich und fromm ist er und darum bekannt und beliebt. Seit knapp 70 Jahren ist der Pallottinerbruder in Vallendar tätig und nicht allein ein Freund schöner Blumen, sondern ein Freund vieler unterschiedlichster Menschen. Bruder Richard Ruppert wird 1932 in Neuhof bei Fulda geboren und wächst dort mit neun Geschwistern auf. Nach der Schule wird 1947 die Frage nach einer Ausbildung schwierig. Die Familie kennt Bruder Hermann Theberath, Schneidermeister im Missionshaus der Pallottiner in Limburg. Der ebnet Richard den Weg in das dortige Ausbildungsheim. In der Pallottiner-Druckerei lernt er Buchdrucker, findet Gefallen an der Gemeinschaft und beginnt nach der Gesellenprüfung 1951 das Noviziat. 1957 muss er aus gesundheitlichen Gründen den Betrieb verlassen und wird »Reisebruder«, überwiegend in der Diözese Paderborn. Von Olpe aus hält er Kontakt zu den Förderern und Wohltätern der Gemeinschaft. 1967 wird er als Sakristan an die Gnadenkapelle nach Vallendar-Schönstatt versetzt. »Ich weiß selbst nicht, wie die auf mich kamen«, lacht er und schwärmt von dem damaligen Leitungsteam: Rektor war Pater Bernhard Pieler und Ökonom Pater Alois Eisele. Der öffnete ihm manche Türe auf dem Blumenmarkt in Koblenz. Denn Bruder Richard entwickelt jetzt ein bislang schlummerndes Talent. Er wird ein Meister des Blumenschmucks: in der Gnadenkapelle, in der Wallfahrtskirche (heute Pallotti-Kirche), ab 1980 in der Kapelle im Haus St. Michael, ab 1990 auch in der neuen Kapelle in Alt-Sankt-Marien. Durch Pater Eisele lernte er die Floristin Christa Staudt kennen, die ihm fast 40 Jahre im »Blumenkeller« half. Zum Blumenschmuck kam die Betreuung der Gesamtanlage mit dem Grabfeld an der Gnadenkapelle, dem großen Pilgerplatz, der früher noch eine mächtige Altarinsel hatte, ab 1990 der Kerzenhalle. Das Kümmern um die Opferkerzen gehört sowieso zu den Arbeiten eines Sakristans. Er erzählt, dass er 1967 noch ein wenig Geld in einer Kassette eines vernachlässigten Schriftenstandes in der Wallfahrtskirche fand. Daraufhin möbelte er den Schriftenstand auf. »Und daraus wurde letztlich unsere jetzige Buchhandlung!«, sagt er nicht ohne Stolz. So sehr Arbeit und Blumen zum Leben von Bruder Richard gehören, mehr noch sind es die Menschen. Denn mitten in der Zeit nach der Trennung von Schönstattbewegung und Pallottinern war er in Kapelle und Sakristei Brückenbauer und Vermittler von Menschen unterschiedlichster spiritueller und kirchlicher Couleur. Er hatte immer ein offenes Ohr und war vielen mehr Seelsorger als mancher Priester vor Ort. Auch hatte er einen Blick für soziale Not. Das alles gelang vermutlich nur aufgrund seiner Freundlichkeit und Frömmigkeit. Denn zu seinem Leben gehört der Rosenkranz, die tägliche Hl. Messe und die eucharistische Anbetung. Wie ertrug er die eher jugendorientierte Spiritualität an Haus Wasserburg und die eher traditionelle an der Kapelle? Was machte es mit ihm, als die Pallottiner 2012 die Gnadenkapelle an die Schönstattfamilie verschenkte und er seinen Dienst beendete. Wie empfindet er die neue Zeit, in der die Hausgemeinschaften von Wasserburg und Hochschule zusammenwachsen? Bruder Richard erzählt, dass ihm die Arbeit mit Blumen und Kerzen immer noch Freude macht. »Es geht halt alles jetzt langsamer«, lacht er. Und er lobt Rektor Gattwinkel und berichtet vom wunderbar gelungenen Gottesdienst zu seiner Amtseinführung. Und dann erwähnt er noch ein Gebet, das er als Novize in Limburg gelernt hatte, und das er täglich betet. Darin heißt es, dass Maria mit den Aposteln einmütig betete. Er betont das Wort »einmütig«. Die Bitte der Oration sei ihm immer wichtig gewesen: »Lass auch uns in diesem Geist leben und wirken.« hz Er mag die Schönstatt-Madonna. Und er mag die Menschen. Fast 70 Jahre in Vallendar: Bruder Richard Ruppert.

7 MISSIONSBERICHT 2025 Rückblick und Rechenschaft www.mission.pallottiner.org Vergelt’s Gott für Ihre Spenden! insgesamt 1,4 Mio € für Pallottiner-Projekte weltweit Davon: 271.670 € über die Kampagne »Nothilfe« 170.290 € über die Kampange »Versorgung statt Verzweiflung« 100 % Ihrer Spenden kommen an PALLOTTINER 2025 WIR PALLOTTINER DANKEN IHNEN

Mit diesem Missionsbericht möchten wir Ihnen mitteilen, wie wir im vergangenen Jahr 2025 mit Ihren Spendengeldern versucht haben, diese Lebensstandards zu einer Selbstverständlichkeit zu machen. Wenn auch nicht für Millionen, so doch aber für eine beachtliche Anzahl von Frauen, Männern und Kindern an verschiedenen Orten in der Welt. Wir danken den pallottinischen Schwestern und Brüdern und allen Partnern, die hier mit uns zusammenarbeiten. Vor allem aber danken wir Ihnen. Denn nur mit Ihren Spenden können wir das Leben der Menschen ein wenig zum Besseren verändern und selbstverständlicher machen. Es soll auch Ihnen zum Segen sein. In herzlicher Verbundenheit Pater Reinhold Maise SAC Missionssekretär Patrizia Russo Mitarbeiterin im Missionssekretariat Barbara Eichhorn Mitarbeiterin im Missionssekretariat An Selbstverständlichkeiten arbeiten Verehrte Spenderinnen und Spender! Auf der Vorderseite ein Bild von unbeschwerten Kindern am Strand. Hier auf der zweiten Seite Menschen, die sich im Freien aufhalten. Auch hier scheint es sehr friedlich zuzugehen. Doch der Schein trügt. Bei beiden Aufnahmen ist ein Krieg lebensbedrohlich nahe. Die fünf Jungs sind an einem Strand an der Ostsee in Polen. Aus der Ukraine fährt Sr. Karolina, eine Pallottinerin, mit ihnen und weiteren Kindern das dritte Jahr in Folge ans Meer, um ihnen und ihren Müttern eine Zeit der Unbeschwertheit zu ermöglichen, heraus aus der beständigen Bedrohung des Krieges. Die Menschen im Osten der DR Kongo flüchten und suchen irgendwo einen Platz, an dem sie sicher sind vor den Kämpfen des Militärs und der Rebellengruppen. Auch wenn die Medien nicht mehr darüber berichten, die Kämpfe und Unruhen in diesem ostafrikanischen Land gehen nach wie vor weiter. Nun noch zusätzlich verschärft durch den Ausbruch der Ebola-Epidemie. Vieles von dem, was für uns ein Lebensstandard ist und wir bei uns für selbstverständlich halten, ist es für Millionen Menschen auf der Welt nicht. Beim Frieden bekommen wir eine Ahnung, dass er auch bei uns gefährdet ist. Zu sehr sind die Themen Aufrüstung, militärische Abschreckung, Wehrdienst und die Bündnisfrage in unserer Politik präsent. Auch wenn wir lernen, dass grundsätzlich nichts in unserem Leben selbstverständlich ist, so finden wir dennoch, dass gewisse Lebensumstände und Standards als normal und für alle Menschen gegeben sein müssten. Dazu gehört ein Leben in Sicherheit, aber auch, dass niemand Hunger leiden muss, dass alle Zugang zu sauberem Wasser haben, dass Kinder zur Schule gehen können, dass Menschen Arbeit haben und von ihrer Hände Arbeit sich und ihre Familie ernähren können; dazu gehören für uns auch hygienische Standards. Menschen auf der Flucht im Osten der Demokratischen Republik Kongo

»Als ich 8 Jahre alt war, fand an der Schule, die ich in Deutschland besuchte, ein Workshop zum Thema Menstruation statt. Dieser hat mir damals sehr geholfen. Deswegen hatte ich die Idee, auch an der Saint-VincentPallotti-Schule in Masaka einen Workshop für die Schülerinnen der 6. Klasse über das Thema zu organisieren. Über Kontakte wurde ich auf die ruandesische Organisation Kosmotive aufmerksam, die wiederverwendbare Binden herstellen und Workshops zum Thema Menstruation und Schwangerschaft durchführen. Der Workshop kam sehr gut bei den Schülerinnen der 6. Klasse an. In einem anschließenden Gespräch meinte ein Mädchen, dass sie davor durch ihre Mutter schon ein bisschen etwas über das Thema wusste, sich aber jetzt sehr gut informiert fühlt.« Eva Böhringer, Pallotti-MaZ-Freiwillige in Masaka im Jahr 2024/25 »Die Menschen in Chiyendausiku sind für die neue Maismühle sehr dankbar, weil mit ihr Abhilfe geschaffen wird in einigen der alltäglichen Herausforderungen, wie zum Beispiel: Hunger und lange Fußmärsche zu den grundlegenden Versorgungsmöglichkeiten. Mit dem Bau der Maismühle haben die Menschen nicht einfach nur eine Maismühle bekommen; vielmehr ist die ganze Gemeinde, insbesondere die Frauen, gestärkt worden. Sie haben etwas erreicht, wovon sie nicht einmal zu träumen gewagt hätten«. Pater Ignacio Chiphiko SAC, Pfarrer in der Gemeinde St. Paul, Chiyendausiku, Malawi. Die neue Maismühle in Chiyendausiku, Malawi Eine Mitarbeiterin von Kosmotive bei der Schulung in Masaka, Ruanda. PALLOTTINER 2025 RECHENSCHAFTSBERICHT 2025 Spendeneingänge 2025: 1.532.202 € davon zweckgebundene Spenden 1.326.074 € davon allgemeine freie Spenden 206.128 € Projektförderung 2025: Asien 529.695 € Afrika 574.819 € Lateinamerika 24.497 € Europa:EU Staaten 106.521 € Ozeanien/Australien 2.827 € Summe der Projektförderung 1.238.359 € Projektförderung konkret in Ländern: Indien 529.695 € Kamerun 85.429 € Malawi 139.094 € Nigeria 233.924 € Südafrika 76.005 € Mosambik 15.000 € Ruanda/Uganda/Kongo 25.364 € Lateinamerika (Brasilien, Uruguay, Bolivien) 24.496 € Ukrainehilfe (auch in Polen und Deutschland) 85.700 € Sonstige 23.648 € Projektförderung konkret in Projekten: Bauprojekte gesamt 440.585 € Bauprojekte/Renovierungen im Einzelnen: Umweltprojekte, Brunnenbau und Wasserversorgung 157.481 € Bildungshäuser, Schulen, Kinderheime 98.310 € Sicherung und Entwicklung von Lebensräumen 184.794 € Bildungsförderung (inkl. Kinder-u. Jugendbildung) 256.013 € Kinder- und Jugendhilfe (ohne Bildungsförderung) 98.289 € Hungerhilfe 183.052 € Gesundheit und Soziales 119.054 € Priesterausbildung/Mitbrüderhilfen 115.816 € Landwirtschaft 25.550 € Sämtliche Reise-, Personal-, Verwaltungs-, Druck- und Werbekosten werden von der Provinz übernommen, damit Ihre Spenden zu 100% ankommen! 100 % Ihrer Spenden kommen an

10 Pallottiner Körperschaft des öffentlichen Rechts Vinzenz-Pallotti-Str. 14 86316 Friedberg | Bayern Tel.: +49 (0) 821. 600 52 - 530 (R. Maise) Tel.: +49 (0) 821. 600 52 - 535 (P. Russo) Tel.: +49 (0) 821. 600 52 - 537 (B. Eichhorn) Web: www.mission.pallottiner.org Mail: mission@pallottiner.org Spendenkonto der Pallottiner Mission: Pax-Bank für Kirche und Caritas eG IBAN: DE41 3706 0193 1053 3930 00 BIC: GENODED1PAX Verwendungszweck: Spende Mission NIGERIA/OMASI-AGU: SCHULRENOVIERUNG UND TOILETTENNEUBAU In diesem kleinen Dorf im Norden des Bundesstaates Anambra gibt es die Stella Maris Grundschule. Sie war in einem erbärmlichen Zustand, als Pater Stanley als Pfarrer dorthin kam. Er hat auch erzählt, dass die Kinder, vor allem die Mädchen, in die Felder gehen, wenn sie zur Toilette müssen. Die Schule hat nun wieder ein wenig mehr Farbe und es gibt inzwischen auch Toiletten. INDIEN/NAGPUR: HIV & PALLIATIVE CARE Bruder George Joseph, Pallottiner in Nagpur, verteilt mit Mitbrüdern und anderen Freiwilligen einmal im Monat Lebensmittel und andere das Immunsystem stärkende Nahrungsmittel an alte und chronisch kranke Menschen. Diese könnten sie sich sonst nicht leisten. Und dann tut es einfach nur gut, dass da jemand ist, dem die Not eines anderen nicht gleichgültig ist. KAMERUN/YAOUNDE: BAU EINER FREI ZUGÄNGLICHEN ENTNAHMESTELLE FÜR TRINKWASSER Auch in einer Hauptstadt mit rund 3,6 Millionen Einwohnern ist es noch nicht überall selbstverständlich, dass Menschen freien Zugang zu sauberem Wasser haben. Die Pallottiner haben dafür gesorgt, dass dies zumindest an ihrem Haus anders ist. MALAWI/LILONGWE: SCHULSPEISUNG AN DER KATETE PRIMARY SCHOOL Aus diesen riesigen Töpfen bekommen jeden Tag ca. 4000 Kinder einen Becher voll mit Porridge, einem Brei aus Maismehl. Der ist für viele Eltern ein Grund, die Kinder morgens zur Schule zu schicken. Somit wird Hunger auf zweifache Weise gestillt. Das Team im Missionssekretariat: Frau Patrizia Russo, Frau Barbara Eichhorn, Pater Reinhold Maise SAC PALLOTTINER 2025

PALLOTTINER WO WIR WIRKEN 11 Helfen und Lernen in Ruanda Christiane und Jens Schöning haben sich als sogenannte Senior Volunteers (SeniorFreiwillige) zehn Wochen bei den Pallottinerinnen in Ruanda engagiert. Normalerweise dauert solch ein Einsatz ein Jahr. Und zwar dann, wenn üblicherweise junge Leute, meistens nach dem Schulabschluss, ihren internationalen Freiwilligendienst Pallotti-MaZ (»Mitleben auf Zeit«) absolvieren. Die beiden haben zwar weniger Zeit, dafür aber viel Erfahrung mit nach Ostafrika gebracht. Aber braucht es das in einer rasant wachsenden Schule der Pallottinerinnen in dem Vorort Masaka der Hauptstadt Kigali mit etwa 2000 Schülerinnen und Schülern? Tatsächlich ja. Sowohl die Provinzialin als auch die Schulleiterin wünschten sich von den beiden unter anderem umsetzbare Ideen, wie Abläufe verbessert werden können. Christiane und Jens haben erwachsene Kinder und sind auch schon Großeltern. Sie brachten neben ihrer Lebenserfahrung auch Berufsexpertise mit nach Ruanda. Beide haben in leitenden Positionen bei einem internationalen Automobilzulieferer gearbeitet: Er, der Ingenieur, war weltweit unter anderem für Qualitätsmanagement zuständig, sie, die gelernte Journalistin und promovierte Wirtschaftswissenschaftlerin, für die Unternehmenskommunikation in über 40 Ländern. »Wir hatten viel Glück im Leben und wollten etwas davon zurückgeben«, sagt die 56-Jährige. Selber war sie schon nach dem Studium als Freiwillige in Bolivien. Doch jetzt, als schon etwas Ältere, war es gar nicht so einfach, etwas Passendes für einen Freiwilligeneinsatz im Ausland zu finden. Der Kontakt des Ehepaars aus Wunstorf bei Hannover zu den Pallottinerinnen in Ruanda kam über Pater Christoph Lentz zustande. Ihn kannte Christiane Schöning noch von früher aus einer Laiengruppe der Pallottiner in Freising. Der Friedberger Rektor vermittelte den Kontakt zum internationalen Freiwilligendienst Pallotti-MaZ (»Mitleben auf Zeit«). Dieser ermöglicht jungen Leuten zwischen 18 und 27 Jahren, sich ein Jahr lang in Ruanda, Malawi, Südafrika, Tansania, Bolivien, Indien oder Brasilien zu engagieren und eine andere Kultur kennenzulernen. Mit der MaZ-Leiterin Andrea Tamunjoh wurde dann sondiert, was für die Senioren des passen könnte. So entstand die Idee, an der Schule verschiedene Projekte durchzuführen, zum Beispiel einen Pallotti-JungunternehmerClub zu gründen. Bei der Abschlussveranstaltung konnten die Teilnehmer ihre Ideen präsentieren und selbstbewusst in freier Rede vortragen. Da staunten Lehrer und Eltern. Während Jens ein Fachmann für Qualitätsmanagement ist, hat die ehemalige Journalistin Christiane ein besonderes Talent für Fotos. Das kam der Provinzialin, Schwester Angeline, sehr gelegen. Denn im nächsten Jahr steht der Provinz »Unserer Lieben Frau von Kibeho« der 50. Geburtstag bevor. Da kam Profi-Fotografin Christiane Schöning wie gerufen, um das Bildmaterial für das Jubiläumsbuch vorzubereiten. Während der zehn Wochen haben die Schönings, so wie sonst auch die MaZler, mit den Pallottinerinnen mitgelebt. Sie haben zusammen mit den Ordensfrauen gegessen und waren bei Gottesdiensten dabei. Auf touristische Ausflüge hat das Ehepaar bewusst verzichtet. Christiane Schöning fand die Lebensfreude der Menschen angesichts oft schwieriger Lebensumstände sehr berührend. »Unser Blick auf die Welt ist hier in Europa schon sehr westlich geprägt, an wirtschaftlichen Maßstäben orientiert. Wir wollten Afrika ein Stück weit besser verstehen lernen«, bringen es die beiden Senior Volunteers auf den Punkt. Ihr Wunsch ist in Ruanda in Erfüllung gegangen. Bericht: Andreas Schmidt

12 PALLOTTINER BUNT & BEWEGT Im Rahmen der diesjährigen Rektorenkonferenz erneuerten am 27. Mai zwei Mitbrüder aus Indien in der Pallotti-Kirche in Friedberg ihre Profess auf ein Jahr. In seiner Predigt erinnerte Provinzial, Pater Markus Hau, daran, wie wichtig Warten und Erwarten im Leben und im Glauben ist, und damit verbunden, sich von Gott beschenken zu lassen. Beide jungen Pallottiner gehören zur »Regio Gloria Dei« im Staat Andhra Pradesh. Nach ihrem Deutschkurs in Friedberg sind sie inzwischen zum Studium in Vallendar. V.l.n.r.: Frater Jashwanth Bala Boyalla, Pater Markus Hau, Frater Satish Manda. Wie alle anderen religiösen Gemeinschaften auch haben die Pallottiner alle sechs Jahre ein Generalkapitel. Dazwischen treffen sich einmal alle Höheren Oberen, um den Stand der Gemeinschaft was ihre Einsätze, die Finanzen, die Entwicklung in den jeweiligen Kontienten angeht, zu besprechen und das je nächste Generalkapitel vorzubereiten. In diesem Jahr war das Provinzialat in Friedberg Gastgeberin des Treffens. Provinzial, Pater Markus Hau, konnte neben der Generalleitung aus Rom Mitte April 23 Obere begrüßen, die die insgesamt rund 2500 Mitglieder der Gemeinschaft vertraten. Neben dem offiziellen Austausch über die unterschiedliche Situation der Gemeinschaft Vom 19. bis 21. Juni tagte in Friedberg der Deutsche Koordinationsrat der Unio. In ihm versammeln sich alle Gemeinschaften und Einzelmitglieder der pallottinischen Familie. Mit großer Freude konnte man im Rat fünf neue Mitglieder begrüßen. Die gemeinsamen Ideale und Zukunftspläne spielten in den Gesprächen eine große Rolle. Bei einem Morgengebet begeisterte ein neues Lied über Vinzenz Pallotti: »Nicht zu klein, nicht zu schwach« von Stefan Heuel. Den Sonntagsgottesdienst in der Pallotti-Kirche zelebrierte der Vorsitzende des DKR, Pater Edward Fröhling (auf dem Foto vorne in der Hocke). in den westlichen Ländern und den Ländern Asiens, Afrikas und Lateinamerikas war der persönliche Austausch zwischen den Mitbrüdern bereichernd und förderlich.

13 PALLOTTINER BUNT & BEWEGT In Friedberg wurde der »Tag der Jubilare« am Sonntag nach dem Herz-Jesu-Fest begangen, so dass Provinzial, Pater Markus Hau, das Patronat der Provinz und die Jubilare in seiner Predigt ansprechen konnte. Dabei zitierte er Jewgeni Jewtuschenko: »Es gibt keine uninteressanten Menschen. Ihr Schicksal ist wie die Geschichte der Planeten. Jeder hat alles Besondere, sein Eigenes, und es gibt keinen Am »Tag der Jubilare« ehrt die Gemeinschaft Mitbrüder, die ein Profess- oder Priesterjubiläum begehen können. In Limburg dankte Vizeprovinzial, Pater Björn Schacknies, am Dreifaltigkeitssonntag den Jubilaren in einem festlichen Gottesdienst in der Marienkirche. Er sprach kurz die Erfahrungen der Mitbrüder in ihrem jeweiligen Dienst an und sagte dann weiter: »Mit dieser Erfahrung haben sie Gott ein Gesicht gegeben, ein jeder mit seiner Persönlichkeit, in seiner Eigenart und Verschiedenheit, die sie in der Gemeinschaft des Apostolats zusammengeführt hat. Sie haben den Menschen von der Dreifaltigkeit Gottes Zeugnis gegeben«. Nach der Jubiläumsfeier stellten Acht der neun Pallottiner-Bischöfe kamen zum 29. Juni nach Rom und nahmen am Hochfest der Heiligen Petrus und Paulus an der Papstmesse im Petersdom teil, in der Julio Ende Akamine, Erzbischof von Belém do Pará in Brasilien, gemeinsam mit den anderen neu ernannten Metropoliten das Pallium von Papst Leo XIV. überreicht bekam. Am anschließenden Treffen im Generalat nahmen zusammen mit Erzbischof Akamine aus Polen der Erzbischof von Danzig und Vorsitzender der Polnischen Bischofskonferenz Taddeusz Wojda und der Erzbischof von Warschau, Adrian Galbas, aus Kamerun Bischof Bruno Ateba, Bischof von Maroua-Mokolo teil; aus Brasilien waren Bischof Edgar Ertl von Francisco Beltrão, Bischof João Bergamasco von Primavera do Leste, Bischof Denilson Geraldo, Weihbischof Planeten wie diesen.« Er dankte mit sehr persönlichen Worten den Mitbrüdern für ihren jeweiligen Einsatz »im Weinberg des Herrn«. Das Foto zeigt v.l.n.r. die Patres Hans-Joachim Winkens, Johannes Moosmann, Markus Hau, Hans Buob, Fritz Kretz und Christian Stumpf. sich die Jubilare in der Limburger Pallottinerkirche dem Fotografen. Von links: Bruder Hermann Michels, die Patres Alexander Holzbach, Leo Wiszienwsky, Arthur Pfeifer, Jovon Brasília, sowie Bischof Clesio Facco Bischof der Diözese Uruguaiana, angereist. Es fand ein reger Austausch über den Dienst der Pallottiner-Bischöfe in sehr unterschiedlichen kulturellen und kirchlichen Kontexten statt. Vizegeneral Pater Jeremiah Murphy stellte zudem das neue Buch »Pastori – Shepherds; Verstorbene Pallottiner-Bischöfe 1914 – 2022« vor, das kurz das Leben und den Beitrag der siebzehn verstorbenen Pallottiner-Bischöfen zur Orts- und Weltkirche zeichnet. sef Königer, Eckhard Kücking, Vizeprovinzial Björn Schacknies, Willi Landwehr und Herbert Federspiel. Vorne sitzend: Pater Josef Wirfler (links) und Bruder Robert Leibig. Nicht auf dem Foto sind die Patres Hermann Sackarend, Benno Schator und Georg Neumann.

14 PALLOTTINER INTERNATIONAL Hoffnung in Mbaukwu Im Herzen der Region Awka liegt Mbaukwu. Hinter der Schönheit dieses Ortes verbirgt sich eine stille Krise, die den Menschen das Augenlicht und damit ihre Würde und ihre Chancen raubt: Blindheit. Nicht durch Schicksal – sondern durch vermeidbare Ursachen. Zu Beginn einer Erkrankung hört man häufig Sätze wie: »Als meine Augen anfingen zu schmerzen, dachte ich, es würde wieder weggehen. Das Krankenhaus ist zu weit weg – und zu teuer.« In Mbaukwu fehlt vielen Menschen das nötige Bewusstsein für die frühen Anzeichen von Augenerkrankungen. Manche glauben, Sehverlust sei ein natürlicher Teil des Alterns. Andere führen ihn auf spirituelle Ursachen zurück. Dieser Mangel an Aufklärung verzögert oft die Behandlung. Wenn schließlich Hilfe gesucht wird, hat die Dunkelheit bereits Einzug gehalten. Hinzu kommen arbeitsbedingte Unfälle und Belastungen, die mit dem täglichen Kampf ums Überleben verbunden sind: Bauern sind Staub und starker Sonneneinstrahlung ausgesetzt, Schweißer blicken in helle Funken, Köchinnen und Gastronomen arbeiten häufig in Rauch. Auch traditionelle Behandlungsmethoden können ein ernstes Problem darstellen. Amaka Ejie bekam im Alter von etwa 17 Jahren erstmals Probleme mit den Augen. Da es keine Klinik gab, wurde sie nicht untersucht. Stattdessen erhielt sie Augentropfen von ihrem Onkel. Diese waren jedoch für ein Glaukom im Endstadium bestimmt. Schmerzen und Druck auf den Augen verstärkten sich, bis das linke Auge schließlich vollständig erblindete. Als halbblinde Frau wurde der Alltag für sie immer schwieriger. Weil sie schlecht sah, kam es beim Früchtesammeln zu einem Zusammenstoß. In der Folge erkrankte auch ihr zweites Auge. Mit diesem Augenproblem heiratete sie. Ihr Mann brachte sie in eine Augenklinik, wo bei ihr ein Glaukom diagnostiziert wurde. Der Augenarzt bestätigte, dass sie zu spät gekommen sei. Heute kann sie nur noch Licht wahrnehmen. Amaka Ejie ist auf die Hilfe ihres jüngsten Kindes angewiesen. Ihre siebenjährige Tochter Osinachi begleitet sie überallhin, kümmert sich rührend um sie und führt ihre blinde Mutter durch den Alltag. Die Pallottiner in Mbaukwu haben beschlossen, sich der Augenkrankheiten anzunehmen und wollen eine Augenklinik eröffnen. Das Konzept sieht vor, dass diejenigen, die es sich leisten können, für ihre Behandlung bezahlen, während Bedürftige kostenlos versorgt werden. Auch Osinachi, die das Leid ihrer Mutter kennt, wünscht sich, dass die Pallottiner ihre Pallotti-Augenklinik bald eröffnen können. Die Siebenjährige meint, dass dies sehr vielen Menschen helfen werde. Prominente Unterstützung bekommt sie von König Anukwu, der den Pallottinern ein geeignetes Gebäude zur Verfügung gestellt hat. So können sie dem großen Problem der vermeidbaren Blindheit in seiner Heimatregion hoffentlich bald entgegenwirken. Jörg Puma Osinachi führt ihre blinde Mutter Ejia in Mbaukwu durch die Stadt. Und sie hofft, dass es bald Hilfe gibt gegen die Plage der Augenkrankheiten in ihrer Heimat.

15 PALLOTTINER IM GEDENKEN Im Gedenken Pater Heinz Rosenbaum Geb. 06.12.1934 Gest. 26.04.2026 In Dortmund geboren wuchs in dem Messdiener, den die Kriegserlebnisse sehr prägten, der Wunsch, Priester zu werden. Er besuchte die Schule der Pallottiner in Rheinbach, wo er sein Musiktalent entdeckte, das ihn ein Leben lang begleitete. In Vallendar an der Hochschule wird er Chorleiter und in Kanada. Dorthin entsenden ihn die Oberen nach der Priesterweihe 1962. Nach einem entsprechenden Studium unterrichtet er Latein, Englisch, Deutsch und Geschichte an der St. Francis Highschool. 1982 geht er in die Pfarrseelsorge nach Swan River in Manitoba, wo er sich stark um die indigene Bevölkerung kümmert, und gut zwanzig Jahre nach St. Cäcilia und St. Boniface in Calgary. Chorgesang ist ihm wichtig; mit deutschen Liedern begeistert er die Menschen. Und er begleitet gut den Übergang von der deutschsprachigen Auswanderergemeinde in die englischsprachige einheimische. Von 2002 bis 2014 ist er zudem Kaplan der »Knights of Columbus«, lange Jahre auch Oberer der Pallottiner. Als die deutsche Provinz 2009 die Seelsorge in Kanada an polnische und indische Mitbrüder abgibt, entscheidet er sich, in Kanada zu bleiben. Pater Bernhard Pieler Geb. 17.04.1930 Gest. 21.06.2026 Mit Mutter und Schwester floh er 1945 aus dem oberschlesischen Hindenburg; der Vater starb in Taschkent. In der Jugendarbeit in Schkeuditz wuchs in ihm der Wunsch Priester zu werden. Er wurde Pallottiner und wirkte zunächst als Religionslehrer in Kassel. 1962 wird er nach Vallendar an das Pallotti-Haus versetzt. Ab 1965 ist er Rektor der Gnadenkapelle und von Haus Wasserburg. Nach der Trennung vom Schönstattwerk gibt er der Wallfahrt ein pallottinisches Gepräge. Für die Jugendarbeit erarbeitet er ein zeitgemäßes Bildungskonzept und meistert den Neubau von Haus Wasserburg. Bildung und Verkündigung sind seine große Passion, in der Liturgie, im Vortrag, im Radio. Ab 1981 ist er zunächst bei Radio Vatikan tätig, dann fünf Jahre in der Cityseelsorge in Wiesbaden. Von 1986 bis 2005 ist er Pfarrer von St. Marien in Limburg und prägt das Pfarrleben durch die Art seiner Verkündigung, seiner persönlichen Seelsorge und vieler Initiativen. Mit 75 Jahren wird er Rektor an der Hochschule in Vallendar und geht dann in die Pfarr- und Wallfahrtsseelsorge nach Kälberau. 2017 kehrt er nach Limburg zurück, lebt im Missionshaus und engagiert sich bis zu seinem letzten Atemzug in der Liturgie und der Verkündigung. Er selbst schöpfte seine Kraft aus theologischer Lektüre und aus der Musik. Mehr als 40 Mal nahm er an der »Salzburger Hochschulwoche« teil. Treu war er in der Pflege vielfältiger Beziehungen und im Gebet. Einkehrtage Herbst 2026 Jesus der Heiland – Heilung wie geschieht sie heute? Pater Eugen Stephan SAC 17.10.2026 65549 Limburg, Missionshaus der Pallottiner, Wiesbadener Str. 1 24.10.2026 65549 Limburg, Missionshaus der Pallottiner, Wiesbadener Str. 1 Weitere Infos und Anmeldung per E-Mail an Timo.schaarschmidt@pallottiner.org oder Telefon 06431/401-247

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Autokonstrukteur Die Lösung des Rätsels senden Sie bitte bis zum 1. November 2026 an: Redaktion »Pallottis Werk« Vinzenz-Pallotti-Str. 14 86316 Friedberg oder redaktion@pallottiner.org 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61 62 63 64 65 66 67 68 69 70 71 72 73 74 75 76 77 78 79 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 Waagrecht 1 Übergrößen hausen hier 13 Fluss gab dem Bundesland den Namen 16 Spendet Äpfel und Birnen 17 Stadt am Vesuv 19 Neon (Kz.) 20 er sei (lat.) 21 Stoibers Vorname 23 Skat: einer gegen zwei 24 Kurzes Titan 25 … oder keinem 27 Stadt am Zuckerhut 29 … die Füße tragen 31 Erstes Wort der Bergpredigt 33 Erste Frau in der Bibel 35 Eisenhowers Spitzname 36 Moderator Felix: Vorname 38 Richter tragen sie 41 „Weg vom Fenster“ 42 Eisen in Mailand 43 Kriegsschauplatz 2026 im Osten 46 Hügel poetisch 49 Moderne Nachrichtenweise 51 ununterbrochen 53 Wichtig beim Anrufen 54 Spitze des Witzes 55 Sonnengott am Nil 56 Teilweise (Abk.) 57 Gleichlautend (Abk.) 58 Erste Zahl auf Englisch 59 Gegenteil von Anfangen 61 Sie mündet bei Ulm 63 Hauptstadt in 3600m Höhe 64 Myth. Stammvater der Ionier 66 Asche in London 67 Legt ein Huhn in Dover 68 PURE Hauptstadt in Südamerika? 70 Einsteinium (Kz.) 72 Geiger macht sie spannend! 74 Römer baden dort 76 … und heiter 77 Behörde 78 Süßer Brotaufstrich 79 BASTA, nur die Mitte! Senkrecht 1 Katholische Perlenkette 2 „dort“ im Alten Rom 3 Einer der Balten 4 Sankt (Abk.) 5 Flachland 6 Engpässe im Straßenverkehr 7 Der Kautschukbaum liefert ihn 8 Schneller Laufvogel 9 Pallottiner wirken dort seit 1951 10 König in Siena 11 Umworbener Brennstoff heute 12 Heldengedicht ist so ein Werk 13 Langsam in London 14 Alt, aber oft wertvoll! 15 Ist er nur mit Pferd 18 Nicht mehr mit Dampfkraft 22 Waagrecht 53 (Abk.) 26 So … es eben! 28 Beifallsstürme 30 „veralteter“ Schwiegersohn! 32 Junge Heilige in Nettuno im Schrein 34 Da arbeitet der Künstler 37 Dem Herrn sei … und Ehre! 39 Jetzt wirkt ein „Löwe“ im Vatikan 40 sowieso auf bayrisch 41 Früher Altenheim 42 Füttern in England 44 Nicht nur Frauen sind es 45 Barock-Perle bei Aalen 47 Holzfurche 48 Oblatenpatres (Abk.) 50 Christl. Verteidigungsschriften 52 Quakt im ital. Teich 60 Dt. Artikel 62 Sportsklasse 65 Olpe Kz. 67 Ort Kaisers… in der Eifel 68 Lautmalerisch: Knall 69 Päpstl. Gerichtshof 71 gefüttert 73 Lat. Vorsilbe „drei“ 75 in der … !fertig! Die Lösung des Rätsels senden Sie bitte bis zum 1. Mai 2026 an: Redaktion »Pallottis Werk« Vinzenz-Pallotti-Str. 14 86316 Friedberg oder redaktion@pallottiner.org RI ESENGEBIRGE S A A R OBSTBAUM NEAPEL N E SIT EDMUND SOLO TI E EINEM RIO SOWEIT N SELIG EVA K IKE KURT O ORNATE AD R R U FERRO TEHERAN ANHOEH EMAI L I M M E R NUMMER T POINTE RA ZT I DENT ONE E N D E N I LLER LHASA I O N O A S H E G G P E R U E S SAITE OSTIA C E R N S T A M T H O N I G A S T T Auflösung Heft 2/2026 GOTTESKINDSCHAFT 15 10 5 12 1 8 2 6 4 3 9 13 11 14 7 16 1 16 15 6 2 3 11 12 5 8 9 7 10 4 13 14 Rätsel Wir verlosen: 25 kleine, aber feine Buchpreise!

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