Pallottis Werk 2026 / 3

PALLOTTINER WO WIR WIRKEN 11 Helfen und Lernen in Ruanda Christiane und Jens Schöning haben sich als sogenannte Senior Volunteers (SeniorFreiwillige) zehn Wochen bei den Pallottinerinnen in Ruanda engagiert. Normalerweise dauert solch ein Einsatz ein Jahr. Und zwar dann, wenn üblicherweise junge Leute, meistens nach dem Schulabschluss, ihren internationalen Freiwilligendienst Pallotti-MaZ (»Mitleben auf Zeit«) absolvieren. Die beiden haben zwar weniger Zeit, dafür aber viel Erfahrung mit nach Ostafrika gebracht. Aber braucht es das in einer rasant wachsenden Schule der Pallottinerinnen in dem Vorort Masaka der Hauptstadt Kigali mit etwa 2000 Schülerinnen und Schülern? Tatsächlich ja. Sowohl die Provinzialin als auch die Schulleiterin wünschten sich von den beiden unter anderem umsetzbare Ideen, wie Abläufe verbessert werden können. Christiane und Jens haben erwachsene Kinder und sind auch schon Großeltern. Sie brachten neben ihrer Lebenserfahrung auch Berufsexpertise mit nach Ruanda. Beide haben in leitenden Positionen bei einem internationalen Automobilzulieferer gearbeitet: Er, der Ingenieur, war weltweit unter anderem für Qualitätsmanagement zuständig, sie, die gelernte Journalistin und promovierte Wirtschaftswissenschaftlerin, für die Unternehmenskommunikation in über 40 Ländern. »Wir hatten viel Glück im Leben und wollten etwas davon zurückgeben«, sagt die 56-Jährige. Selber war sie schon nach dem Studium als Freiwillige in Bolivien. Doch jetzt, als schon etwas Ältere, war es gar nicht so einfach, etwas Passendes für einen Freiwilligeneinsatz im Ausland zu finden. Der Kontakt des Ehepaars aus Wunstorf bei Hannover zu den Pallottinerinnen in Ruanda kam über Pater Christoph Lentz zustande. Ihn kannte Christiane Schöning noch von früher aus einer Laiengruppe der Pallottiner in Freising. Der Friedberger Rektor vermittelte den Kontakt zum internationalen Freiwilligendienst Pallotti-MaZ (»Mitleben auf Zeit«). Dieser ermöglicht jungen Leuten zwischen 18 und 27 Jahren, sich ein Jahr lang in Ruanda, Malawi, Südafrika, Tansania, Bolivien, Indien oder Brasilien zu engagieren und eine andere Kultur kennenzulernen. Mit der MaZ-Leiterin Andrea Tamunjoh wurde dann sondiert, was für die Senioren des passen könnte. So entstand die Idee, an der Schule verschiedene Projekte durchzuführen, zum Beispiel einen Pallotti-JungunternehmerClub zu gründen. Bei der Abschlussveranstaltung konnten die Teilnehmer ihre Ideen präsentieren und selbstbewusst in freier Rede vortragen. Da staunten Lehrer und Eltern. Während Jens ein Fachmann für Qualitätsmanagement ist, hat die ehemalige Journalistin Christiane ein besonderes Talent für Fotos. Das kam der Provinzialin, Schwester Angeline, sehr gelegen. Denn im nächsten Jahr steht der Provinz »Unserer Lieben Frau von Kibeho« der 50. Geburtstag bevor. Da kam Profi-Fotografin Christiane Schöning wie gerufen, um das Bildmaterial für das Jubiläumsbuch vorzubereiten. Während der zehn Wochen haben die Schönings, so wie sonst auch die MaZler, mit den Pallottinerinnen mitgelebt. Sie haben zusammen mit den Ordensfrauen gegessen und waren bei Gottesdiensten dabei. Auf touristische Ausflüge hat das Ehepaar bewusst verzichtet. Christiane Schöning fand die Lebensfreude der Menschen angesichts oft schwieriger Lebensumstände sehr berührend. »Unser Blick auf die Welt ist hier in Europa schon sehr westlich geprägt, an wirtschaftlichen Maßstäben orientiert. Wir wollten Afrika ein Stück weit besser verstehen lernen«, bringen es die beiden Senior Volunteers auf den Punkt. Ihr Wunsch ist in Ruanda in Erfüllung gegangen. Bericht: Andreas Schmidt

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