Pallottis Werk 2026 / 3

14 PALLOTTINER INTERNATIONAL Hoffnung in Mbaukwu Im Herzen der Region Awka liegt Mbaukwu. Hinter der Schönheit dieses Ortes verbirgt sich eine stille Krise, die den Menschen das Augenlicht und damit ihre Würde und ihre Chancen raubt: Blindheit. Nicht durch Schicksal – sondern durch vermeidbare Ursachen. Zu Beginn einer Erkrankung hört man häufig Sätze wie: »Als meine Augen anfingen zu schmerzen, dachte ich, es würde wieder weggehen. Das Krankenhaus ist zu weit weg – und zu teuer.« In Mbaukwu fehlt vielen Menschen das nötige Bewusstsein für die frühen Anzeichen von Augenerkrankungen. Manche glauben, Sehverlust sei ein natürlicher Teil des Alterns. Andere führen ihn auf spirituelle Ursachen zurück. Dieser Mangel an Aufklärung verzögert oft die Behandlung. Wenn schließlich Hilfe gesucht wird, hat die Dunkelheit bereits Einzug gehalten. Hinzu kommen arbeitsbedingte Unfälle und Belastungen, die mit dem täglichen Kampf ums Überleben verbunden sind: Bauern sind Staub und starker Sonneneinstrahlung ausgesetzt, Schweißer blicken in helle Funken, Köchinnen und Gastronomen arbeiten häufig in Rauch. Auch traditionelle Behandlungsmethoden können ein ernstes Problem darstellen. Amaka Ejie bekam im Alter von etwa 17 Jahren erstmals Probleme mit den Augen. Da es keine Klinik gab, wurde sie nicht untersucht. Stattdessen erhielt sie Augentropfen von ihrem Onkel. Diese waren jedoch für ein Glaukom im Endstadium bestimmt. Schmerzen und Druck auf den Augen verstärkten sich, bis das linke Auge schließlich vollständig erblindete. Als halbblinde Frau wurde der Alltag für sie immer schwieriger. Weil sie schlecht sah, kam es beim Früchtesammeln zu einem Zusammenstoß. In der Folge erkrankte auch ihr zweites Auge. Mit diesem Augenproblem heiratete sie. Ihr Mann brachte sie in eine Augenklinik, wo bei ihr ein Glaukom diagnostiziert wurde. Der Augenarzt bestätigte, dass sie zu spät gekommen sei. Heute kann sie nur noch Licht wahrnehmen. Amaka Ejie ist auf die Hilfe ihres jüngsten Kindes angewiesen. Ihre siebenjährige Tochter Osinachi begleitet sie überallhin, kümmert sich rührend um sie und führt ihre blinde Mutter durch den Alltag. Die Pallottiner in Mbaukwu haben beschlossen, sich der Augenkrankheiten anzunehmen und wollen eine Augenklinik eröffnen. Das Konzept sieht vor, dass diejenigen, die es sich leisten können, für ihre Behandlung bezahlen, während Bedürftige kostenlos versorgt werden. Auch Osinachi, die das Leid ihrer Mutter kennt, wünscht sich, dass die Pallottiner ihre Pallotti-Augenklinik bald eröffnen können. Die Siebenjährige meint, dass dies sehr vielen Menschen helfen werde. Prominente Unterstützung bekommt sie von König Anukwu, der den Pallottinern ein geeignetes Gebäude zur Verfügung gestellt hat. So können sie dem großen Problem der vermeidbaren Blindheit in seiner Heimatregion hoffentlich bald entgegenwirken. Jörg Puma Osinachi führt ihre blinde Mutter Ejia in Mbaukwu durch die Stadt. Und sie hofft, dass es bald Hilfe gibt gegen die Plage der Augenkrankheiten in ihrer Heimat.

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