Pallottis Werk 2026 / 3

PALLOTTINER PORTRAIT 6 Einmütig beten und arbeiten Freundlich und fromm ist er und darum bekannt und beliebt. Seit knapp 70 Jahren ist der Pallottinerbruder in Vallendar tätig und nicht allein ein Freund schöner Blumen, sondern ein Freund vieler unterschiedlichster Menschen. Bruder Richard Ruppert wird 1932 in Neuhof bei Fulda geboren und wächst dort mit neun Geschwistern auf. Nach der Schule wird 1947 die Frage nach einer Ausbildung schwierig. Die Familie kennt Bruder Hermann Theberath, Schneidermeister im Missionshaus der Pallottiner in Limburg. Der ebnet Richard den Weg in das dortige Ausbildungsheim. In der Pallottiner-Druckerei lernt er Buchdrucker, findet Gefallen an der Gemeinschaft und beginnt nach der Gesellenprüfung 1951 das Noviziat. 1957 muss er aus gesundheitlichen Gründen den Betrieb verlassen und wird »Reisebruder«, überwiegend in der Diözese Paderborn. Von Olpe aus hält er Kontakt zu den Förderern und Wohltätern der Gemeinschaft. 1967 wird er als Sakristan an die Gnadenkapelle nach Vallendar-Schönstatt versetzt. »Ich weiß selbst nicht, wie die auf mich kamen«, lacht er und schwärmt von dem damaligen Leitungsteam: Rektor war Pater Bernhard Pieler und Ökonom Pater Alois Eisele. Der öffnete ihm manche Türe auf dem Blumenmarkt in Koblenz. Denn Bruder Richard entwickelt jetzt ein bislang schlummerndes Talent. Er wird ein Meister des Blumenschmucks: in der Gnadenkapelle, in der Wallfahrtskirche (heute Pallotti-Kirche), ab 1980 in der Kapelle im Haus St. Michael, ab 1990 auch in der neuen Kapelle in Alt-Sankt-Marien. Durch Pater Eisele lernte er die Floristin Christa Staudt kennen, die ihm fast 40 Jahre im »Blumenkeller« half. Zum Blumenschmuck kam die Betreuung der Gesamtanlage mit dem Grabfeld an der Gnadenkapelle, dem großen Pilgerplatz, der früher noch eine mächtige Altarinsel hatte, ab 1990 der Kerzenhalle. Das Kümmern um die Opferkerzen gehört sowieso zu den Arbeiten eines Sakristans. Er erzählt, dass er 1967 noch ein wenig Geld in einer Kassette eines vernachlässigten Schriftenstandes in der Wallfahrtskirche fand. Daraufhin möbelte er den Schriftenstand auf. »Und daraus wurde letztlich unsere jetzige Buchhandlung!«, sagt er nicht ohne Stolz. So sehr Arbeit und Blumen zum Leben von Bruder Richard gehören, mehr noch sind es die Menschen. Denn mitten in der Zeit nach der Trennung von Schönstattbewegung und Pallottinern war er in Kapelle und Sakristei Brückenbauer und Vermittler von Menschen unterschiedlichster spiritueller und kirchlicher Couleur. Er hatte immer ein offenes Ohr und war vielen mehr Seelsorger als mancher Priester vor Ort. Auch hatte er einen Blick für soziale Not. Das alles gelang vermutlich nur aufgrund seiner Freundlichkeit und Frömmigkeit. Denn zu seinem Leben gehört der Rosenkranz, die tägliche Hl. Messe und die eucharistische Anbetung. Wie ertrug er die eher jugendorientierte Spiritualität an Haus Wasserburg und die eher traditionelle an der Kapelle? Was machte es mit ihm, als die Pallottiner 2012 die Gnadenkapelle an die Schönstattfamilie verschenkte und er seinen Dienst beendete. Wie empfindet er die neue Zeit, in der die Hausgemeinschaften von Wasserburg und Hochschule zusammenwachsen? Bruder Richard erzählt, dass ihm die Arbeit mit Blumen und Kerzen immer noch Freude macht. »Es geht halt alles jetzt langsamer«, lacht er. Und er lobt Rektor Gattwinkel und berichtet vom wunderbar gelungenen Gottesdienst zu seiner Amtseinführung. Und dann erwähnt er noch ein Gebet, das er als Novize in Limburg gelernt hatte, und das er täglich betet. Darin heißt es, dass Maria mit den Aposteln einmütig betete. Er betont das Wort »einmütig«. Die Bitte der Oration sei ihm immer wichtig gewesen: »Lass auch uns in diesem Geist leben und wirken.« hz Er mag die Schönstatt-Madonna. Und er mag die Menschen. Fast 70 Jahre in Vallendar: Bruder Richard Ruppert.

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