4 PALLOTTINER VOR ORT Wo Glauben und Leben sich treffen In Vallendar wurde ein dreifaches Jubiläum gefeiert. Seit 55 Jahren gibt es das neue »Haus Wasserburg«. Seit 40 Jahren wird die pädagogische Arbeit von einem Förderverein unterstützt. Im Gefolge des Weltjugendtages in Köln entstand vor 15 Jahren ein Partnerschaftsverein mit Ruanda. Aus Norditalien waren 1892 deutsche Pallottiner nach Limburg gekommen. 1890 hatte die Gemeinschaft die Mission in der damals deutschen Kolonie Kamerun übernommen. Man brauchte Spenden, man brauchte junge Männer, die als Bruder oder Priester in Afrika tätig sein wollten. So entstand als Zentrale das Missionshaus in Limburg und 1894 ein Schülerheim in Ehrenbreitstein. Das platze bald aus allen Nähten. Und so fiel der Blick auf das »Alte Haus« im Schönstatttal in Vallendar. Hier war »an schöner Stätte« 1143 ein Kloster gegründet worden; 1200 war die Klosterkirche fertig mit zwei imposanten Türmen. Der eine fiel 1937 in sich zusammen; der andere prägt bis heute die Skyline von Schönstatt. Die Klosterzeiten sind lange vorbei. Das Ganze befand sich in Privatbesitz, als die Pallottiner am 19. April 1901 das »Alte Haus« mit seinem Drumherum erwarben. Es ging ihnen von Anfang an um »Jugendbildung«, zunächst um den eigenen Nachwuchs für die Mission, aber dann auch um die Bildung von Kindern und Jugendlichen im Geist des Evangeliums. Dahinter stand der Anspruch, den Vinzenz Pallotti seiner Gemeinschaft mitgegeben hatte, dass alle Getauften ihr Leben bewusst aus ihrem Glauben gestalten sollen. Dafür muss man den Glauben und das Menschen- und Weltbild der Bibel kennen. Das »Alte Haus« wurde nun Schule, platze aber bald auch schon wieder aus allen Nähten. So entschloss man sich, 1912 auf dem Hang einen neuen Schulbau hinzustellen, der heute Heimat der Vinzenz-Pallotti-University ist. Zu erwähnen ist noch die Michaelskapelle neben dem »Alten Haus«. Sie war die Friedhofskapelle des ehemaligen Klosters und arg vernachlässigt. Am Herz-Jesu-Freitag im Juli 1901 wird dort erstmals wieder eine Hl. Messe gefeiert. Diese Kapelle wird ab 1914 durch das Wirken des Spirituals an der PallottinerNachwuchsschule, Pater Josef Kenetnich, Zentrum der weltweiten Schönstattfamilie. Schulendtage werden zum Renner Ganz in der Nähe gab es noch ein Haus, in dem lange eine Messerfabrik untergebracht war. Das können die Pallottiner 1932 erwerben und bringen auch dort noch Schüler unter. Da das Haus am Zusammenfluss von Wambach und Hillscheiderbach steht, nennen es die jungen Leute bald »Wasserburg«. Nach dem Zweiten Weltkrieg kommen immer mehr junge Menschen zu den Pallottinern nach Schönstatt. So wird neben der Wallfahrt die Jugendarbeit, vor allem die »Schulendtage« immer mehr zum großen Aufgabenfeld der Gemeinschaft. Es ist besonders Pater Robert Neuber, der ab 1959 die Bildungsarbeit erneuert, junge Mitbrüder für diese Aufgabe begeistert und auch Nicht-Pallottiner als Referentinnen und Referenten in die Arbeit einbezieht. Sein Nachfolger als Rektor der Gnadenkapelle und von »Haus Wasserburg« wird 1965 Pater Bernhard Pieler. Er geht mit der ihm eigenen Energie und Freude an der Bildungsarbeit seine neue Aufgabe an. Er kann die Gemeinschaft, verschiedene Diözesen und die staatlichen Stellen in Mainz bewegen, seinem neuen Konzept und einem Neubau von Haus WasVolles Haus und tolle Stimmung! Die Gäste der Jubiläumsfeier freuten sich an der Gemeinschaft, den Darbietungen und der afrikanischen Küche!
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