7 PALLOTTINER VOR ORT Übrigens gibt es seit einigen Jahren um den 19. März auf dem Hersberg das »Josefs-Treffen«. Da kommen Brüder und Patres über 60 zum Austausch zusammen, sprechen über ihre jeweilige Situation und die der Gemeinschaft und geben der Provinzleitung Tipps, wie man die Zukunft gestalten könnte. Den Namen des Hl. Josef hat übrigens auch die Delegatur Südafrika und natürlich einige Pallottiner. Namenspatron in Bayern, Brasilien und Taiwan Bruder Josef Wagner in Limburg lacht, wenn man ihn fragt, warum er Josef heißt. Da habe es in der Familie große Diskussionen gegeben, sagt der 1937 im Sudentenland geborene ehemalige Chefkoch von Rheinbach und Limburg. Doch dann habe die Mutter ein Machtwort gesprochen: »Der Bub heißt wie sein Vater.« Für seinen Namen ist er bis heute dankbar, wenn er in seinem Zimmer auf die Statue des Heiligen schaut. Gleich zwei Statuen hat Pater Josef Zablocki, Krankenhausseelsorger in Düsseldorf. Er wurde nach seinem Opa benannt, der sich sehr auf den Enkel gefreut hatte, aber zwei Monate vor seiner Geburt starb. Pater Zablocki freut sich augenzwinkernd, dass es zwei Mal im Jahr Namenstag feiern kann: am 19. März und am 1. Mai. Der aus dem Bayerischen Lenggries stammende Pater Sepp Wasensteiner erhielt entsprechend einer Familientradition seinen Namen. Der zweite Sohn bekam immer den Namen des Taufpaten. »Ich bin stolz auf meinen Namenspatron«, sagt der Pallottiner, der seit mehr als drei Jahrzehnten im armen Nordosten Brasiliens wirkt, »weil Josef für mich ein Vorbild an Einfachheit und Demut ist. Er wollte nie im Rampenlicht stehen.« Und warum hat der langjährige Mitarbeiter im Medienapostolat in Friedberg, Sepp Eberhardt, seinen Namen? Der 19. März war in der Familie immer ein hoher Festtag. Der Opa hieß Josef, die Oma Josefa, der Vater hieß Josef. Muss man da noch weiter fragen? Aber warum heißt ein junger Pallottiner aus Taiwan Josef? Frater Josef Shih wurde 1992 in Taipeh geboren. Eine seiner beiden älteren Schwestern heißt Maria. Da wollte der Vater, als dann ein Junge zu Welt kam, dass dieser eben Josef heiße, ganz nach dem Vorbild der Heiligen Familie. Während seines Wehrdienstes überlegte Josef, ob er nicht Priester werden solle. Die Pfarrei hatte als Kaplan einen Pallottiner aus Indien. Dessen Weise zu predigen und über die Kirche zu sprechen, zog ihn an. Deshalb bat er um Aufnahme in die indische Pallottiner-Provinz Tamil Nadu. Man schickte ihn zur Ausbildung auf die Philippinen, wo die Gemeinschaft ein Noviziat hat. Josef war überrascht und fasziniert von dem katholischen Land. In seiner Heimat gibt es nur vier Prozent Chirsten; die Hälfte davon ist katholisch. Als er vom Stichwort »Interkulturalität« an der Hochschule in Vallendar hörte, entschied er mit seinem Provinzial, hier Theologie zu studieren. Später als Priester möchte er aber in Taiwan arbeiten, und »zwar ganz im Sinne der Spiritualität Vinzenz Pallottis« sagt er mit einem feinen Lächeln und zeigt stolz eine Hinterglasmalerei seines Namenspatrons, die sein Zimmer ziert. hz Hinterglasmalerei kannte er in Taiwan nicht. fr. Josef Shih mit dem Bild seines Namenspatrons. Einladend über den Weinhängen am Bodensee. Ehemals Schloss, dann Schule, heute »St. Josef Hersberg«, geistliches und gastliches Haus.
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