Pallottis Werk 2026 / 1

6 PALLOTTINER VOR ORT Heiliger Josef, bitte für uns! Der Zimmermann aus Nazareth ist Patron der Kirche, vieler kirchlicher Häuser, Institutionen und Einrichtungen, auch bei den Pallottinern, und nicht zuletzt ist er ein beliebter Namenspatron. Das Fest des Heiligen Josef am 19. März ist für das Missionshaus in Limburg immer ein besonderer Tag. Im festlich gestalteten Gottesdienst erinnert der jeweilige Rektor, welche Bedeutung der Heilige für das Haus hat. In allen religiösen Gemeinschaften, in denen es mit den Patres Brüder gibt, verehren diese in besonderer Weise den Zimmermann aus Nazareth, den Patron der Arbeiter. Im Missionshaus in Limburg mit seiner Landwirtschaft und den vielen Werkstätten lebten bis in die 1980er Jahre immer mehr Brüder als Patres. Klar, dass hier die Verehrung des Hl. Josef stets einen hohen Stellenwert hatte. 1905 wurde das Vertrauen des Erbauers, Pater Max Kugelmann aus Bobingen bei Augsburg, missbraucht, sodass die Gemeinschaft in finanzielle Bedrängnis kam. Man bestürmte mit Gebeten den Hl. Josef. Wohlhabende Limburger Bürger halfen der Gemeinschaft. Während der Nazizeit beschlagnahmte die Gestapo Teile des Hauses, andere Teile wurden Lazarett. Wieder wandten sich die Pallottiner an den Hl. Josef. Mitte 1945 bekamen sie das Haus unversehrt zurück. Auch unter dem Aspekt, dass der Hl. Josef Patron der Sterbenden ist, wird er im Missionshaus verehrt, war und ist das Haus doch ein Ort für die kranken und alten Mitbrüder. Ein Mann des Hörens und des Handelns Den Namen des Heiligen tragen die PallottinerNiederlassungen am Bodensee. Als neben der Limburger Provinz die damalige Bruchsaler Provinz entstand, erwarb man 1919 in Konstanz ein Haus im Schatten des Münsters zur Ausbildung der Novizen. 1922 zog das Noviziat ins fränkische Untermerzbach um und Konstanz wurde zu einer Nachwuchsschule ausgebaut. Die platzte bald aus allen Nähten, sodass die Gemeinschaft 1929 Schloß Hersberg bei Immenstaad erwarb. Mit der Schule wechselte auch der Name dorthin. »Das hat vermutlich auch damit zu tun, dass damals viele Brüder auf dem Hersberg arbeiteten, um den Umzug gut zu bewältigen und die Ansprüche erfüllen zu können.« Das sagt Pater Hans Peter Becker, Rektor von »St. Josef Hersberg. Geistliches Haus für Bildung, Begegnung und Erholung« wie die Niederlassung seit 1994 heißt. Damals entschloss sich die Gemeinschaft, die Spätberufenenschule zu schließen und das schöne Anwesen am Weinhang über dem Bodensee für Exerzitien, Weiterbildung und Ferien umzurüsten. Wenn Pater Becker Gäste durch das Haus führt, weist er immer darauf hin, dass es neben der barocken Josefstatue in der Eingangshalle im Haus noch sieben weitere Bilder des Heiligen gibt, die unterschiedliche Aspekte des Zimmermanns und Hüters der Heiligen Familie aufzeigen. Sein Lieblingsbild ist eine Darstellung des Benediktinerbruders Joseph Belling aus der Abtei Maria Laach. Er hat den Heiligen mit einem übergroßen Ohr dargestellt. Pater Becker erinnert in seiner Predigt, die er am Josefstag in der Feier der Hl. Messe mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Hauses hält, daran, dass am Beginn die Arbeit vieler Brüder stand. Doch auch er könne heute der Gestalt des Heiligen viel abgewinnen. Von Josef werde in der Bibel kein gesprochenes Wort überliefert. »Er war ein Mann des Zuhörens, des Lauschens auf das Wort Gottes«, sagt der Rektor und verweist auf das große Ohr auf dem Bild. Dann komme aber immer nach dem Hören das Handeln. Insofern sei Josef kein Träumer gewesen, sondern stets ein Mann der Tat. Und dass Josef in den Evangelien als »gerecht« bezeichnet wird, das deutet Pater Becker so: Der Schutzpatron seines Hauses lehre, die rechte Beziehung zu Gott, zum Mitmenschen und zu sich selbst. Stiller Schutzpatron des Hauses. Josefstatue neben dem Rektorat des Missionshauses in Limburg. »Ich liebe seine Einfachheit.« Pater Sepp Wasensteiner über seinen Namenspatron.

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